Applikationen, Strategie

NDAs bei der Entwicklung von Applikationen

Nehmen wir an, Sie haben eine zündende Idee für eine Applikation, brauchen für die Realisation aber ein externes Team, das Ihre Idee umsetzt beziehungsweise Ihre App programmiert. Denken Sie daran, sich abzusichern: Stellen Sie sicher, dass Ihre Idee – willentlich oder unbeabsichtigt – nicht weitergereicht wird.

  1. Was ist ein NDA?
  2. Das Wichtigste in Kürze
  3. Sind NDAs immer sinnvoll?
  4. Was sollte eine NDA enthalten?
  5. Fazit

Was ist ein NDA?

Damit das nicht passiert, ist es in solchen Fällen üblich, dass zwischen den beiden Parteien eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA = Non-Disclosure-Agreement) abgeschlossen wird. Mit dieser Vereinbarung verpflichten sich die beiden Parteien, jegliche offen gelegten Geheimnisse zu wahren, namentlich die Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisse. 

Zum Schutz ihrer zündenden Geschäftsidee, sind Geheimhaltungsvereinbarungen darum nicht nur nützlich, sondern meist unerlässlich. 

Das Gesetz regelt diesen Vertragstypus nicht; man spricht von einem Innominatkontrakt. Geheimhaltungsvereinbarungen können ein-  wie auch zweiseitig abgeschlossen werden. Bei Letzterem vereinbaren die Parteien, ihre jeweiligen Geheimnisse gegenseitig zu schützen. Einseitige NDA kommen dann zum Zug, wenn Ihre Gegenpartei zum Beispiel ein Produkt testet, ohne dass sie in Berührung mit sensiblen Daten kommt. 

Das Wichtigste in Kürze

Geheimhaltungsvereinbarungen können auch mündlich abgeschlossen werden. Aus Gründen der Beweisbarkeit empfehle ich Ihnen aber unbedingt die Schriftform. Des Weiteren gilt es zu beachten: 

  • Definieren Sie das Gebiet der vertraulichen Informationen möglichst umfassend und präzis. 
  • Erstellen Sie über den Umfang der geheimzuhaltenden Information ein Protokoll, das von beiden Parteien unterschrieben wird. 
  • Überlegen Sie sich, ob es Sinn ergibt, die Geheimhaltungsvereinbarung über den Zeitpunkt der Vertragserfüllung – zum Beispiel auf “unbestimmte Zeit” oder “solange eine der Parteien ein Interesse an der Geheimhaltung hat” – aufrecht zu erhalten.
  • Regeln Sie auch den Fall, falls eine der Parteien weitere Parteien für die Vertragserfüllung beiziehen muss. Dazu braucht es die Zustimmung beider Parteien und mit der Drittpartei ist ebenfalls ein Geheimhaltungsvertrag abzuschliessen, der mindestens ebenso streng ist wie der ursprüngliche Vertrag. 
  • Die Geheimhaltungsvereinbarung muss auch von allen Mitarbeitenden eingehalten werden.

Sind NDAs immer sinnvoll?

Nun stellt sich die Frage, warum man für die einfache Entwicklung einer App eine Geheimhaltungsvereinbarung eingehen sollte. Zurecht: Oft ist das unnötig, doch es gibt die Fälle, bei denen Sie:

  • Ihre Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse schützen müssen
  • sicherstellen wollen, dass Informationen über die neue App nicht vor dem Release veröffentlicht werden
  • einfach sensible Informationen schützen wollen (zum Beispiel Ihr Business Modell). 

Sie merken: Wenn sie lediglich die Gestaltung einer einfachen Webseite in Auftrag geben oder eine simple Applikation entwickelt werden soll, ohne dass Ihre Geschäftsgeheimnisse oder andere sensiblen Informationen geteilt werden müssen, ist eine NDA überflüssig und hinderlich, denn verlangsamt nur den ganzen Prozess unnötig.

Es kann auch einen weiteren Grund geben, keine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnen zu wollen. Unternehmen riskieren nämlich, sich bei Abschluss einer NDA die Umsetzung eigener Konzepte und Ideen zu verbauen. Vielleicht arbeiten Sie ja bereits an ähnlichen Projekten wie Ihre Partnerunternehmung. Ich rate Ihnen darum, sich vor Abschluss einer Geheimhaltungsvereinbarung zu vergewissern, ob sich die Partnerfirma nicht mit der Entwicklung ähnlicher Produkte beschäftigt. Sprechen Sie das Problem offen an, bevor Sie sich vertraglich binden.

Was sollte eine NDA enthalten?

Ich habe einige Chatbots für Sie angeschaut. Noch sind lange nicht alle digitalen Assistenten auf dem neuesten Stand der Technik. Aber irgendwo muss jeder mal anfangen. Wichtig scheint mir, dass der Chatbot mit jeder Anfrage etwas dazu “lernt”. 

Wenn Sie sich für eine Geheimhaltungsvereinbarung entscheiden, dann sollten folgende Punkte so präzise wie möglich definiert werden. 

  • Benennen Sie beide involvierten Parteien
  • In der Präambel sagen Sie etwas zum Hintergrund, den Motiven und den Zielen der beiden Parteien.
  • Umfang der geheim zu haltenden Daten und Informationen
  • Definieren Sie die Pflichten der Information empfangenden Partei sowie
  • die Pflichten der mitteilenden Partei.
  • Konventionalstrafen
  • Dauer und Beendigung der der NDA sollten klar und verständlich geregelt sein.
  • Rechtswahl und Gerichtsstand
  • Schlussbestimmungen

Bitte beachten Sie auch, dass die Ausgestaltung der Geheimhaltungsvereinbarung im grenzüberschreitenden Rechtsverkehr folgende weitere Klauseln enthalten sollte:

  • Rechtswahl (anwendbares Recht)
  • Gerichtsstand
  • Schiedsklausel (u.a. zum Ausschluss der bei staatlichen Gerichten möglichen Öffentlichkeit), unter Berücksichtigung der Vollstreckbarkeit (ordentlicher staatlicher Rechtsweg)

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden: Wenn Sie mit einem Partner ein Projekt entwickeln und Sie viel über Ihre eigene Firma, Ihre Ideen und Konzepte preisgeben müssen, dann lohnt sich der Abschluss eines NDAs auf jeden Fall. Es ist günstiger, ein Projekt korrekt – und allenfalls mit anwaltlicher Unterstützung – aufzusetzen, als sich nachher unnötig über entgangene Einnahmen zu ärgern. 

Bei Fragen zum Thema stehen wir Ihnen wie immer gerne zur Verfügung.

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