E-Commerce, Strategie

On-Premises vs. Cloud Computing bei Shopsystemen

Wer für seinen Online-Shop ein Shopsystem auswählen möchte, sieht sich zahlreichen Angeboten und Modellen am Markt gegenüber. Aber ist nun eine On-Premise Lösung oder ein webbasiertes SaaS-Modell besser geeignet? Wir besprechen die beiden Systeme ausführlich und machen den Faktencheck.

  1. On-Premises vs. Cloud Computing – die Vor- und Nachteile im Überblick!
  2. Cloud Computing oder On-Premise?
  3. Welche Wahl sollten Online-Shopbetreiber treffen?
  4. Fazit
  5. Kontakt

On-Premises vs. Cloud Computing – die Vor- und Nachteile im Überblick!

On-Premises

On-Premises oder On-Prem (engl. in den eigenen Räumlichkeiten, vor Ort, lokal) beschreibt ein Lizenz- bzw. Nutzungsmodell für serverbasierte Software. Der Kunde bzw. Lizenznehmer kauft oder mietet Software für einen bestimmten Zeitraum. Diese läuft entweder im Rechenzentrum des Kunden oder auf durch den Kunden gemieteten Servern, da vom Dienstleister nur die Software bereitgestellt wird. Neben den Betriebs- und Anschaffungskosten fallen meist auch Wartungsgebühren an, da der Dienstleister den Kunden an der Weiterentwicklung der Software beteiligen möchte, bzw. diesbezügliche Einnahmen als Signal für eine weitere Service-Unterstützung des Herstellers sieht. Für die Einhaltung der DSGVO ist bei On-Premises stets der Kunde verantwortlich.

Vorteile:

  • Durch On-Premises-Software entstehen abgesehen von der Wartung keine laufenden Kosten. 
  • Der Nutzer selbst entscheidet, wann und in welcher Form die Software eingesetzt wird.
  • Sensible Daten können am eigenen System verbleiben, da der Kunde weiterhin die Hoheit über seine Daten hat, was auch die Verpflichtung zu Datensicherheit und Datenschutz bzw. die strikte Compliance mit den Vorgaben der DSGVO einschliesst.

Nachteile:

  • Die verwendeten Server müssen für die entsprechende Software kompatibel sein.
  • Die Wartung der Software generiert zusätzlichen Kostenaufwand und beansprucht Zeit.
  • Lizenzen sind hochpreisig und müssen langfristig erworben werden.
  • Die Weiterentwicklung der Software wird unter Umständen nach einer bestimmten Zeit eingestellt. 

Anmerkung: 
Der letzte Punkt der Nachteile von On-Premise Software kann umgangen werden, indem man im Unternehmen Open-Source Software einsetzt. Dabei bekommt man Zugriff auf den Quellcode und kann allfällige Änderungen selbst vornehmen oder vornehmen lassen.

Cloud-Software

Nutzer erhalten nun durch die fortschreitende Digitalisierung neue Möglichkeiten der Software-Nutzung. Statt die Software zu kaufen, kann man sich für ein Abonnement entscheiden. Der Hersteller oder Dienstleister hostet die Software dabei in seinem Rechenzentrum, übernimmt die Verantwortung für die Daten und vermietet dem Nutzer einen zeitlich beschränkten Zugang. Dabei läuft die Software auf dem Server des Rechenzentrums und der Nutzer stellt für seinen PC über das Internet eine Datenverbindung her. Dies hat den Vorteil, dass die Hardware vom Fachpersonal des Rechenzentrums gewartet wird und auch die Software selbst durch laufende Updates, die ebenfalls vom Rechenzentrum durchgeführt werden, stets auf dem neuesten Stand ist. Die Verantwortung für die ordnungsgemässe Funktionalität der vermieteten Software liegt dabei beim Hersteller bzw. Anbieter. 

Vorteile

  • Die vom Kunden verwendete Hardware muss leistungsmässig nicht extrem aufgerüstet werden, da die Verarbeitung der Daten sowie alle anderen hoch kapazitiven Prozesse ausschliesslich im Rechenzentrum stattfinden.
  • Das Aufspielen von Updates wird vom Personal des Herstellers übernommen, der Nutzer braucht keinerlei Arbeit darauf zu verwenden.
  • Upgrades im Funktionsumfang oder Erweiterungen wie zusätzliche Accounts lassen sich rasch und unkompliziert dazu bestellen.
  • Da es sich bei SaaS um ein verlängerbares Abo-Modell handelt, ist der kostenmässige Initialaufwand eher gering. 

Nachteile

  • Beendet der Hersteller der Software den Betrieb der Cloud oder läuft das SaaS-Abo ab und wird nicht verlängert, ist die Software nicht mehr einsetzbar. 
  • Man muss dem SaaS Dienstleister vertrauen können, dass die Vorgaben der DSGVO gewissenhaft umgesetzt werden. 

Cloud Computing oder On-Premise?

Wem die Vorstellung, die Verantwortung für seine Daten an einen Dienstleister ausser Haus zu delegieren, nicht gefällt, der sollte eine On-Premise Lösung anstreben. Anders als beim Cloud Computing können hier sämtliche Abläufe individuell angepasst werden. Bei On-Premise Solutions nehmen Sie Ihre Updates selbst vor und sind auch für die Software-Wartung selbst verantwortlich. Dadurch können Sie als Anwender selbst bestimmen, welche Aktivitäten (Datensicherung etc.) zu welchen Terminen durchgeführt werden sollen. Bei der Cloud hingegen profitieren Sie von der automatischen Installation von Updates und neuen Releases. Auch um Datensicherheit und Datenschutz bzw. die Einhaltung der DSGVO müssen Sie sich als Nutzer keine Gedanken mehr machen. Darum kümmert sich jetzt Ihr SaaS-Provider. Aus rechtlichen Gründen sollte allerdings sichergestellt sein, dass sämtliche Server bzw. Serverfarmen des Anbieters auf dem Gebiet der Schweiz stationiert sind. Derartige Bedingungen sowie allfällige Service Level Vereinbarungen (SLA) sollten in den SaaS-Nutzungsvertrag aufgenommen werden, auf dessen rechtssichere Abfassung am besten durch einen auf Informationstechnik spezialisierten Rechtsbeistand zu achten ist. 

Welche Wahl sollten Online-Shopbetreiber treffen?

Sowohl On-Premise-Lösungen, als auch das Saas-Modell haben ihre Vor- und Nachteile. Vor allem grössere Konzerne entscheiden sich gerne für On-Prems, da sie die Feldnamen in den einzelnen Anwendungsmasken wie bei einer Individualprogrammierung umwidmen bzw. adaptieren und die Applikation auf diese Weise Ihren Anforderungen entsprechend nutzen können. Mit On-Premise ERP-Lösungen unterstützen Unternehmen einen reibungslosen Ablauf ihrer Beschaffungsorganisation, CRM-Systeme bilden zusätzlich alle Bereiche der Customer Journey ab. Auch andere Geschäftsanwendungen können zentral in einer Datenbank gespeichert und von autorisierten Mitarbeitern abgerufen werden. 
Umgelegt auf Online-Shops könnte man zu dem Schluss kommen, dass für einen umfangreicheren Online-Marktplatz bzw. ein Shop-Portal eine bewährte Shopsystem-Lösung wie WooCommerce, für die Lösung sind lediglich WordPress-Kenntnisse erforderlich, Shopware oder das php-basierte Magento zu favorisieren wäre. KMU und Startups hingegen setzen traditionell eher verstärkt auf webbasierte SaaS-Lösungen und geniessen die intuitive Shopverwaltung, welche einfach und schnell vom Smartphone aus gesteuert werden kann. Wer im SaaS Bereich zertifizierte Sicherheit zum günstigen Preis haben möchte, ist beispielsweise mit der Full Service Weblösung des Anbieters Shopware Cloud gut beraten. 

Noch nicht überzeugt? Sehen wir uns doch den SaaS / Cloud Bereich aus der Sicht eines Online-Shopbetreibers etwas genauer an. Hier können wir folgende Gliederung treffen:

Mietshop-Systeme (die „eigentlichen“ SaaS- Lösungen): 
Für Einsteiger sind Mietshop-Systeme die perfekte Wahl, da diese Baukästen nach dem Plug and Play System funktionieren. Rasch ist der Online-Shop eingerichtet, der Verkauf der ersten Artikel kann sofort über die Bühne gehen. Ab 10 bis 30 Franken ist man mit dem Basispaket dabei. Im Internet gibt es zahlreiche Communities, in denen der Anfänger oder leicht Fortgeschrittene von Experten Unterstützung erhält.

E-Commerce Full Service Lösungen: 
Für Profis sind E-Commerce-Komplettlösungen ideal. Die Applikation enthält CRM, ERP und Buchführung. Die Kosten beginnen bei ungefähr 25 Franken im Monat, können aber rasch 200 Franken und mehr pro Monat betragen.

Open-Source Shopsysteme: 
Open-Source Shopsysteme sind grundsätzlich für jedermann offen und daher kostenfrei, der Quellcode wird offiziell zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zur kostenfreien Programmvariante werden im Wege sogenannter Dual-Lizenz-Modelle, auch kostenpflichtige Versionen von Programmen angeboten.

WordPress E-Commerce-Plugins:
WordPress ist als Open Source Software zwar dauerhaft kostenfrei nutzbar, aber insgesamt kein billiges Vergnügen. Denn die Plugins, beispielsweise zur Warenwirtschaft, als CRM-System oder zur Fakturierung / Buchhaltung kommen meist von Drittanbietern, die sich die Programmerstellung mit bis zu 300 Franken je Anwendung bezahlen lassen. Die Erweiterungen werden regelmäßig aktualisiert, was einerseits vorteilhaft ist, da Sicherheitslücken rasch geschlossen werden, allerdings kommen dadurch weitere periodische Kosten hinzu Außerdem sind passende Templates für das Design nötig, die ebenfalls nicht gratis sind.

Fazit

Vor einer Kaufentscheidung gilt es abzuwägen, welches Shop-System dem eigenen Unternehmen mehr wirtschaftlichen Nutzen verspricht. Denn beide Varianten haben ihre individuellen Vorzüge und Nachteile. Wer gerne viel selber macht, Software selbst konfigurieren kann und Verantwortung übernimmt, ist mit einem On-Premise System gut beraten. SaaS ist dafür etwas für KMU oder Start-Ups, wenn alles ohne programmieren nur über den Internet-Browser schnell und benutzerfreundlich funktionieren und insbesondere auch bei den Kosten gespart werden soll. In jedem Fall sollten die individuellen Bedürfnisse des zukünftigen Shop-Betreibers genau bekannt sein. Auch ist es In jedem Fall lohnend, Preis und Leistung vor einem Kauf genau zu vergleichen.

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