Viele E-Commerce-Manager fragen sich: Braucht es wirklich ein PIM-System? Die ehrliche Antwort: Nicht immer. Wenn Sie nur ein kleines, überschaubares Sortiment in einer Sprache haben und ein kleines Team, reicht die Pflege von Produktdaten direkt in ERP und Shop-Backend meist aus. Aber sobald Ihre Produktdaten umfangreicher werden – mit hunderten Artikeln, zahlreichen Attributen, Varianten und vielleicht mehreren Sprachen – macht ein PIM einen grossen Unterschied. In der Praxis stösst Shopware allein hier schnell an Grenzen.
In diesem Beitrag zeigen wir drei konkrete Vorteile eines Product Information Management (PIM) Systems wie Akeneo gegenüber der reinen Pflege in Shopware. Jeder Abschnitt wird von einem kurzen 60-Sekunden-Video begleitet, das den jeweiligen Vorteil aus der Praxis demonstriert.
1. Eigenschaftsverwaltung: Produktattribute einfacher pflegen
Wussten Sie, dass man in Shopware für jede neue Produkteigenschaft zunächst manuell eine Ausprägung (einen möglichen Wert) anlegen muss? Ein Beispiel: Sie möchten bei einem Drucker die Eigenschaft „Druckgeschwindigkeit“ mit dem Wert „30 Seiten pro Minute“ ergänzen. In Shopware müssten Sie dafür erst im Eigenschaften-Modul den neuen Wert „30 Seiten pro Minute“ als Option anlegen, bevor Sie ihn dem Produkt zuweisen können – ein unnötiger Umweg bei vielen neuen Attributwerten.
Im Akeneo PIM geht das viel schneller: Sie können die gewünschte Angabe direkt beim Produkt eingeben, ohne vorher eine Eigenschafts-Option anzulegen. Das PIM synchronisiert den neuen Wert automatisch mit Shopware. Kein doppeltes Anlegen von Optionen und keine zusätzliche Klick-Orgie – Sie pflegen die Daten einmalig zentral ein und alles ist sauber im Shop vorhanden.
(Im Video unten sehen Sie diesen Unterschied in Aktion: Akeneo ermöglicht das direkte Eintragen von Attributwerten und übergibt sie automatisch an Shopware, was pro Eigenschaft mehrere Klicks spart.)
Fazit: Durch die vereinfachte Eigenschaftsverwaltung sparen Sie bei jedem neuen Attributwert Zeit. Gerade bei vielen Produkten oder häufig wechselnden Angaben ergibt sich so ein echter Effizienzgewinn – Ihr Team kann Produktdaten schneller und konsistenter aktualisieren.
2. Sequenzielles Bearbeiten: Schnellerer Workflow bei vielen Produkten
Die Pflege von Produktdaten kann mühselig sein – besonders wenn mehrere Produkte unvollständige Daten haben. In Shopware bedeutet das oft: jedes Produkt einzeln öffnen, fehlende Felder suchen, ausfüllen, speichern, nächstes Produkt suchen… Dieser Prozess kostet Zeit und ist fehleranfällig, da man leicht den Überblick verliert.
Akeneo PIM bietet hier einen deutlich flüssigeren Workflow. Dank der Vollständigkeitsanzeige sehen Sie auf einen Blick, welche Produkte noch nicht „bereit zur Veröffentlichung“ sind (z. B. 19 Artikel einer Kategorie wie Webcams fehlen noch bestimmte Angaben). Sie können diese Produkte filtern, alle relevanten markieren und dann im Sequential Edit Modus nacheinander bearbeiten. Dabei zeigt Akeneo nur die fehlenden Felder an, die für die Vollständigkeit des jeweiligen Produkts erforderlich sind. Nach dem Ausfüllen klicken Sie auf „Speichern & Weiter“ – und Akeneo springt automatisch zum nächsten Produkt. So bearbeiten Sie dutzende Artikel effizient ohne ständiges Hin- und Herklicken.
(Das Video demonstriert diesen Ablauf: Im PIM werden nacheinander Produkte ergänzt, der Fortschrittsbalken zeigt wie viele von z. B. 19 Produkten bereits erledigt sind. Dieser sequenzielle Bearbeitungsmodus sorgt für fokusiertes Arbeiten ohne Chaos.)
Vorteil für Ihr Team: Durch den sequenziellen Workflow konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche – fehlende Produktinformationen schnell zu ergänzen. Es entfällt die mühsame Navigation zwischen verschiedenen Masken wie im Shopware-Backend. Mehrere Personen können parallel an unterschiedlichen Produktlisten arbeiten, ohne sich ins Gehege zu kommen. Wiederkehrende, monotone Pflegeaufgaben laufen so deutlich schneller ab – und machen mit dem richtigen Tool vielleicht sogar ein bisschen Spass.
3. Varianten zusammenführen: Aus Einzelartikeln werden Variantenprodukte
Viele ERP-Systeme und Warenwirtschaften behandeln jede Artikel-Variante als eigenständiges Produkt – zum Beispiel T-Shirt blau Größe S, T-Shirt blau M, T-Shirt blau L als drei getrennte Datensätze. Im Online-Shop sollen diese jedoch meist als ein einziges Varianten-Produkt dargestellt werden, bei dem der Kunde Größe und Farbe auswählen kann. Mit Shopware-Bordmitteln ist es sehr aufwändig, aus bereits einzelnen Produkten im Nachhinein ein Variantenprodukt zu machen. Das System bietet keine einfache Funktion, um bestehende Artikel zu einem Variantenstamm zusammenzuführen. Oft bleibt nur, die Varianten neu über den Generator anzulegen oder per CSV-Import/Export zu tricksen – beides fehleranfällig und zeitraubend.
Mit einem PIM-System wie Akeneo gelingt das Varianten-Management deutlich eleganter. Sie können im PIM mehrere einzelne Produkte markieren und zu einem Variantenmodell zusammenführen. Dabei definieren Sie zentral, welches Attribut die Variantenausprägung darstellt (z. B. Grösse oder Farbe) und erhalten einen sauberen Variantenstamm mit einem Hauptprodukt. Dieses Hauptprodukt bündelt alle gemeinsamen Informationen, während die individuellen Werte (etwa unterschiedliche Grössen) als Varianten angehängt sind. Anschliessend wird das gesamte Variantenprodukt mit allen Relationen an Shopware übertragen. Kein manuelles Neuanlegen im Shop, keine doppelte Datenpflege – die Varianten entstehen schnell und konsistent aus den bestehenden Daten.
(Im Video unten zeigen wir, wie Akeneo mehrere ERP-Einzelartikel in ein Variantenprodukt umwandelt. Alle zehn Einzelprodukte – z. B. verschiedene Farben und Grössen – werden im PIM zu einem Produkt mit Auswahlmöglichkeiten verschmolzen und dann als Variantenartikel im Shop angezeigt.)
Der Unterschied in der Praxis: Ohne PIM müssen Produktvarianten oft umständlich neu im Shopware-Backend angelegt und gepflegt werden, was bei vielen Varianten unübersichtlich wird. Mit PIM dagegen gibt es einen zentralen Produktstamm mit logisch verknüpften Varianten. Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für eine saubere Produktstruktur im Shop. Filter und Suche können die Varianten einheitlich erfassen, und die User Experience verbessert sich durch konsistente Auswahloptionen. Für Ihr Team bedeutet das weniger doppelte Arbeit und weniger Fehler, da alle Variantenattribute zentral gesteuert werden. Es ist gerade bei umfangreichen Sortimenten mit vielen Grössen, Farben oder Modellen ein echter Gamechanger.
Fazit: Wann lohnt sich ein PIM?
Ein dediziertes PIM-System wie Akeneo zahlt sich besonders dann aus, wenn Ihr Sortiment komplex ist und Shopware allein an seine Grenzen kommt. Die oben gezeigten Beispiele – vereinfachte Eigenschaftspflege, sequenzielles Abarbeiten von Produkten und komfortable Variantenzusammenführung – sind nur einige der spürbaren Erleichterungen. Im Kern bietet ein PIM zentrale, konsistente Produktdaten als Single Source of Truth, was doppelte Pflegeaufwände eliminiert und die Datenqualität deutlich erhöht. Neue Produkte gelangen schneller und fehlerfreier in den Shop, weil alle Informationen zunächst im PIM angereichert und dann per Schnittstelle übertragen werden.
Natürlich braucht nicht jeder Shop sofort ein PIM – bei kleinen Sortimentsgrössen mag Shopware allein genügen. Doch sobald Sie hunderte oder tausende Produkte, zahlreiche Attribute, verschiedene Sprachen oder regelmässig neue Kollektionen managen, wird ein PIM-System zum Wettbewerbsvorteil. Die Effizienzgewinne in der Produktdatenpflege lassen Ihr Team sich auf wichtigere Aufgaben konzentrieren (z. B. bessere Inhalte erstellen, Marketingkampagnen planen), anstatt Zeit mit technischen Detailarbeiten zu verlieren.
Weiterführende Informationen: Wenn Sie genauer wissen möchten, welches PIM-System zu Ihren Bedürfnissen passt, lesen Sie unseren Vergleich Pimcore vs. Akeneo – welches System eignet sich besser für Ihre Bedürfnisse?. Und falls Sie bereits über Akeneo nachdenken und wissen wollen, wie man es optimal mit Shopware 6 verbindet, empfehlen wir unseren Erfahrungsbericht Shopware 6 und Akeneo einfach verbinden – unsere Shopware Akeneo Integration.
Am Ende gilt: Wann lohnt sich ein PIM? – Sobald umfangreiche Produktdaten gepflegt werden müssen. Akeneo & Co. können dann zum entscheidenden Hebel werden, um Ihre Digital-Commerce-Strategie effizienter und skalierbarer zu gestalten. Überlegen Sie also bei wachsender Produktvielfalt, ob Shopware alleine noch reicht – oder ob ein PIM der nächste sinnvolle Schritt für Ihr Unternehmen ist.

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