Viele B2B-Unternehmen kennen das Szenario: Der neue Onlineshop ist live, die Technik funktioniert, aber die Bestellungen bleiben aus. Oft stagniert der Anteil der Online-Bestellungen im einstelligen Prozentbereich. Dieses Phänomen nennen wir das „B2B-Dilemma“. Die Gründe sind vielfältig – vom internen Widerstand des Vertriebs über fehlenden Mehrwert für den Kunden bis hin zu schlechter Datenqualität.
Doch wie durchbricht man diese Stagnation? In unserem vergangenen Webinar haben wir einen bewährten Stufenplan vorgestellt, der Sie von den ersten Schritten bis zur vollen Automatisierung führt.
Hier sind die vier Stufen zum Erfolg.
Stufe 1: Erste Schritte (Ziel: 5–10 % Adoption)
Fokus: Vertrauen schaffen & Hürden abbauen (Die Akzeptanz-Phase)
In der ersten Phase geht es um die absoluten Grundlagen. Ein B2B-Shop wird nur genutzt, wenn er verlässlich ist. Das bedeutet zwingend eine saubere ERP-Integration für korrekte Preise und Lagerbestände sowie eine leistungsstarke Suche, da B2B-Käufe meist über Suchbegriffe oder Artikelnummern starten.
Ein häufiger Fehler ist hier das „Giesskannen-Marketing“. Stattdessen sollten Sie Ihre Top-Kunden persönlich durch den Vertrieb onboarden lassen.
Im Video: Die Grundlagen für den Start
Hier erfahren Sie, warum Produktdatenqualität und die Suchfunktion die entscheidenden Hebel für die ersten 10 % sind.
Stufe 2: Mehrwert schaffen (Ziel: 10–25 % Adoption)
Fokus: Den Shop zum täglichen Arbeitswerkzeug machen (Effizienz-Phase)
Sobald die Basis steht, muss der Shop einen echten Nutzen gegenüber dem Telefonanruf bieten. Der Shop muss zur „Single Source of Truth“ werden. Das bedeutet: Ein Kunde muss im Online-Portal auch die Bestellungen sehen, die er per Telefon oder Fax getätigt hat – inklusive Rechnungsdownload und Sendungsverfolgung.
Zusätzliche Features wie Multi-Merklisten (sortiert nach Baustellen oder Projekten) oder Schnellbestell-Funktionen per CSV-Upload erhöhen die Effizienz für den Einkäufer massiv.
Im Video: Vom Shop zur zentralen Plattform
Erfahren Sie, wie Sie durch die Synchronisation von On- und Offline-Daten echten Mehrwert schaffen und die Nutzungshürden senken.
Stufe 3: Integration & Skalierung (Ziel: 25–50 % Adoption)
Fokus: Komplexe B2B-Prozesse digital abbilden (Prozess-Phase)
In dieser Stufe lösen wir die echten „Knacknüsse“ im B2B-Geschäft. Hier geht es darum, Prozesse abzubilden, die bisher manuell liefen. Dazu gehören digitale Konfiguratoren für komplexe Produkte (z. B. Zuschnitte oder Varianten) und ein umfassendes Rollen- & Rechtemanagement, damit Einkäufer Genehmigungsprozesse ihrer Vorgesetzten direkt im Shop abbilden können.
Auch das Angebotsmanagement verlagert sich hier in den Shop: Kunden fragen Preise an und wandeln das Angebot per Klick in eine Bestellung um.
Im Video: Komplexität einfach machen
Sehen Sie Beispiele für Konfiguratoren und wie digitale Beratungstools die Skalierung vorantreiben.
Stufe 4: Volle Adoption (Ziel: 50–80+ % Adoption)
Fokus: Digital-First-Vertrieb & Automatisierung
Die Königsdisziplin ist erreicht, wenn der Shop zum zentralen Vertriebskanal wird. Hier sprechen wir von tiefgreifender Automatisierung. Abo-Modelle (Subscriptions) für Verbrauchsmaterialien binden Kunden langfristig. Zudem können auch nachgelagerte Services wie Wartungsverträge oder Garantieverlängerungen direkt digital vertrieben werden.
Für Grosskunden sind in dieser Phase Punchout-Lösungen (OCI/cXML) entscheidend, um Ihren Katalog direkt in das Beschaffungssystem des Kunden zu integrieren.
Im Video: Der Weg zum Digital-First Vertrieb
Wie Sie durch Abonnements und Service-Integration die 80%-Marke knacken.
Fazit: Die drei Säulen des Erfolgs
Egal in welcher Stufe Sie sich befinden, der Erfolg Ihres B2B-Shops hängt am Ende immer von drei Faktoren ab:
- Kundennutzen: Löst der Shop ein Problem des Kunden (Zeit, Transparenz)?
- Datenqualität: Sind Preise, Bestände und Produktinfos verlässlich?
- Interner Buy-in: Steht Ihr Vertriebsteam hinter dem Shop oder sieht es ihn als Konkurrenz?
Starten Sie mit kleinen Schritten, aber behalten Sie das Ziel der vollen Adoption im Blick.

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