Shopware

SCD 2026: Was die neuen Shopware B2B Components für Schweizer Händler bedeuten

Der Shopware Community Day 2026 hat einmal mehr gezeigt, wohin sich der digitale Handel entwickelt. Besonders spannend waren die Ankündigungen rund um die Shopware B2B Components. Denn während viele Unternehmen im B2B noch über die Einführung eines Kundenportals oder eines Onlineshops diskutieren, stellt sich eigentlich eine ganz andere Frage: Wie sieht unsere digitale Vertriebsstrategie in den nächsten fünf Jahren aus?

B2B-E-Commerce ist längst mehr als Bestellungen online erfassen

Viele Unternehmen verstehen ihren B2B-Shop heute noch als digitale Bestellplattform. Kunden loggen sich ein, sehen ihre individuellen Preise und können Produkte bestellen.

Das ist wichtig – aber längst nicht mehr ausreichend.

Die Erwartungen der Geschäftskunden steigen kontinuierlich. Wer privat bei Digitec Galaxus, Amazon oder Zalando einkauft, erwartet auch im beruflichen Umfeld ein modernes digitales Erlebnis:

  • Individuelle Preis- und Sortimentsansichten
  • Self-Service für Dokumente, Reklamationen und Anfragen
  • Digitale Freigabe- und Bestellprozesse
  • Transparente Informationen zu Verfügbarkeiten und Lieferungen
  • Einfache Kommunikation über alle Kanäle hinweg

B2B-Kunden vergleichen heute nicht mehr nur mit dem Wettbewerb in ihrer Branche, sondern mit den besten digitalen Erlebnissen, die sie täglich nutzen.

Die letzten 12 Monate zeigen klar, wohin die Reise geht

Besonders spannend ist nicht nur die Roadmap von Shopware, sondern auch das, was bereits umgesetzt wurde. Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat Shopware mehrere zentrale Bausteine für moderne B2B-Prozesse veröffentlicht. Dazu gehören unter anderem:

Budget Management

Unternehmen können Budgets für Teams oder Abteilungen definieren und automatische Freigabeprozesse hinterlegen. Überschreitet eine Bestellung definierte Limiten, wird automatisch die zuständige Person eingebunden.

Organisation Units

Unternehmensstrukturen lassen sich direkt im Shop abbilden. Verschiedene Standorte, Abteilungen oder Teams erhalten eigene Lieferadressen, Einkaufsprozesse und Verantwortlichkeiten.

Individual Pricing

Mit dem Release von Individual Pricing können kundenspezifische Preisvereinbarungen, Staffelpreise und Sonderkonditionen deutlich einfacher verwaltet werden. Ein zentraler Anwendungsfall für Hersteller, Grosshändler und Industrieunternehmen.

Advanced Product Catalogs

Produktsortimente können gezielt für bestimmte Kunden, Kundengruppen oder Organisationseinheiten freigegeben werden. Kunden sehen nur die für sie relevanten Produkte und Informationen.

Vom Shop zum digitalen Vertriebssystem

Was diese Entwicklungen gemeinsam haben: Sie lösen keine klassischen Shop-Probleme. Sie digitalisieren Vertriebs- und Einkaufsprozesse.

Genau darin liegt der eigentliche Wandel. Shopware entwickelt sich im B2B-Bereich immer stärker von einer reinen Commerce-Plattform zu einem zentralen System für digitale Kundenbeziehungen, Vertriebsprozesse und Self-Service-Angebote.

Für Schweizer Unternehmen ist das besonders relevant. Viele verfügen bereits über starke Produkte, etablierte Kundenbeziehungen und funktionierende ERP-Systeme. Das grösste Potenzial liegt oft nicht im nächsten Vertriebskanal, sondern in effizienteren Prozessen und einem besseren digitalen Kundenerlebnis.

Die eigentliche Frage lautet nicht: Brauchen wir einen Shop?

In Gesprächen mit Schweizer Herstellern, Grosshändlern und Industrieunternehmen hören wir häufig die gleiche Frage: “Brauchen wir überhaupt einen B2B-Shop?”

Die relevantere Frage lautet:

Welche Teile unseres Vertriebs möchten unsere Kunden künftig digital nutzen können?

Für manche Unternehmen steht die Bestellung im Vordergrund.

Für andere sind es Angebote, Freigaben, Preislisten, Ersatzteilbestellungen, Serviceanfragen oder Kundenportale.

Der Shop wird dabei zunehmend zur zentralen Plattform für die digitale Kundenbeziehung – nicht nur für den Verkauf.

Unser Fazit vom Shopware Community Day 2026

Die wichtigste Erkenntnis vom SCD 2026 ist nicht ein einzelnes Feature.

Die eigentliche Botschaft lautet: Shopware investiert konsequent in die Digitalisierung komplexer B2B-Vertriebsprozesse.

Die Entwicklungen der letzten zwölf Monate zeigen klar, dass die B2B Components inzwischen weit über klassische Shop-Funktionalitäten hinausgehen. Unternehmen erhalten immer mehr Werkzeuge, um Vertriebs-, Service- und Einkaufsprozesse digital abzubilden.

Für Schweizer Händler, Hersteller und Grosshändler lohnt es sich deshalb, die aktuelle Roadmap genau anzuschauen und frühzeitig zu prüfen, welche Möglichkeiten sich daraus für die eigene digitale Vertriebsstrategie ergeben.

Denn die Frage ist nicht mehr, ob sich B2B-Kunden digitale Services wünschen.

Die Frage ist nur noch, wer sie zuerst und am besten bereitstellt.

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