Digital Marketing, Made by Webwirkung

So arbeitet eine AI-native E-Commerce-Agentur: Shopware, Klaviyo und HubSpot mit Claude Code

Illustration: Ein Terminal in der Mitte, verbunden mit Symbolen für E-Mail-Marketing, CRM, SEO und Onlineshop

Rund 500 Leads, bei denen niemand wusste, ob sie über Inbound oder Outbound gekommen waren. Früher wäre das ein Excel-Projekt gewesen, das nie jemand anfängt. Diesmal hat Claude die Aktivitäten im CRM ausgewertet, jedem Lead die richtige Sales Motion zugewiesen und uns genau zehn unklare Fälle zur Prüfung vorgelegt.

Für uns ist das der Grund, warum 2026 das spannendste Jahr im E-Commerce-Marketing ist: Digital Marketing und Entwicklung – bei uns lange zwei getrennte Säulen – wachsen endlich zusammen. Shopware, Klaviyo und HubSpot lassen sich heute so verbinden, dass aus Daten in einer einzigen Sitzung Entscheidungen werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit MCP und Claude Code greift KI direkt auf Shopware, Klaviyo, HubSpot und weitere Tools zu – ohne Exporte und ohne Excel.

  • Datenpflege, Analysen und Reportings, die früher liegen blieben, werden in einer Sitzung erledigt.

  • Richtige Zahlen entstehen nur, wenn jemand die Daten und Systeme dahinter versteht. Genau dort treffen sich Marketing und Entwicklung.

Drei Beispiele aus unseren E-Commerce-Projekten

500 Leads, zehn offene Fälle

Zurück zum Fall vom Anfang: Ob ein Lead über Inbound oder Outbound kam, ist die Grundlage, um Marketing- und Vertriebskanäle überhaupt vergleichen zu können. Claude hat für jeden der rund 500 Leads die erfassten Aktivitäten aus dem CRM abgefragt, daraus die Sales Motion abgeleitet und sie automatisch gesetzt. Die zehn Fälle, die nicht eindeutig waren, hat Claude nicht geraten, sondern uns gezielt zur Prüfung vorgelegt. Eine Datenpflege, die von Hand kaum jemand angepackt hätte, war damit in kurzer Zeit erledigt.

Landingpages, die aus Suchdaten lernen

Neue Landingpages sind bei uns nicht fertig, wenn sie live gehen. Claude gleicht sie mit Daten aus Sistrix und der Google Search Console ab: Für welche Suchanfragen wird die Seite angezeigt? Wo steht sie knapp vor der ersten Seite? Welche Fragen beantwortet sie noch nicht? Daraus entstehen konkrete Verbesserungen an Texten, Überschriften und Metadaten – automatisch vorgeschlagen, von uns geprüft und erst nach Freigabe umgesetzt, statt irgendwann in einem SEO-Audit aufzutauchen.

Das Wochenreporting, das sagt, was zu tun ist

Statt eines Dashboards, das niemand öffnet, erhalten wir jede Woche einen Bericht von Claude: die Analytics-Daten im Wochenvergleich, eingeordnet und mit konkreten Handlungsempfehlungen. Nicht «der Traffic ist gesunken», sondern woher die Veränderung kommt, ob sie saisonal ist und was wir als Nächstes tun sollten.

Allen drei Beispielen ist gemeinsam: Die Zeitersparnis ist schön, aber nicht der eigentliche Gewinn. Der Gewinn ist, dass Arbeit erledigt wird, die vorher schlicht liegen blieb – und dass aus Daten Entscheidungen werden.

Sie möchten wissen, was davon in Ihrem Shop möglich ist? Buchen Sie eine unverbindliche Beratung.

Shop, CRM, Newsletter: Die Daten sind da, nur nicht am selben Ort

Die meisten Onlineshops, mit denen wir arbeiten, haben längst gute Werkzeuge: Shopware für den Shop, Klaviyo für E-Mail- und SMS-Marketing, HubSpot als CRM, dazu Sistrix, Google Search Console, Analytics und ein ERP. Das Problem war nie, dass Daten fehlen. Das Problem war, dass sie in Silos liegen.

Wer eine echte Frage beantworten wollte – etwa «Welche Kundinnen und Kunden haben zweimal im Shop gekauft, öffnen aber seit drei Monaten keine Klaviyo-Mails mehr?» –, hatte zwei Möglichkeiten: Exporte aus Shop und Newsletter-Tool ziehen und in Excel zusammenkleben oder ein Entwicklungsprojekt starten. Das eine ist fehleranfällig, das andere teuer. In beiden Fällen blieb die Frage oft unbeantwortet.

Was dahintersteckt: Shopware, Klaviyo und HubSpot sprechen jetzt mit KI

Zwei Entwicklungen kommen gerade zusammen.

Erstens das Model Context Protocol (MCP). MCP ist ein offener Standard, über den KI-Modelle strukturiert auf externe Systeme zugreifen. Ende 2024 von Anthropic vorgestellt, bieten heute viele der Tools, die wir täglich einsetzen, einen eigenen MCP-Server an – darunter Shopware, Klaviyo, HubSpot und Sistrix. Ein KI-Assistent kann damit nicht mehr nur über Daten reden, sondern sie direkt abfragen: Bestellungen und Produkte im Shop, Segmente und Kampagnen in Klaviyo, Kunden und Deals im CRM, Rankings in der Suche.

Zweitens Agenten wie Claude Code. Claude Code arbeitet im Terminal: Es liest und schreibt Dateien, führt Befehle aus und nutzt dieselben Kommandozeilen-Tools (CLIs), die Entwicklerinnen und Entwickler seit Jahren verwenden – etwa die CLIs von Klaviyo und HubSpot. Der Agent plant eine Aufgabe, ruft die passenden Schnittstellen auf, prüft das Ergebnis und korrigiert sich, wenn etwas nicht stimmt.

Besonders weit ist hier DatoCMS, das Headless CMS hinter dieser Website. Neben einer starken CLI stellt DatoCMS eigene Agent Skills für Claude Code bereit: Anleitungen, mit denen der Agent Inhalte, Datenmodelle und Abfragen korrekt bearbeitet, statt Schnittstellen zu erraten. Auch der Entwurf dieses Beitrags wurde auf diesem Weg direkt im CMS angelegt – Lektorat und Freigabe blieben bei uns.

Zusammen heisst das: Eine Frage, die früher einen Export, drei Tabellen und einen halben Tag gekostet hat, lässt sich heute in einer einzigen Sitzung beantworten – über mehrere Systeme hinweg.

Warum KI ohne Shop-Wissen falsche Zahlen liefert

Hier liegt der Punkt, der in vielen KI-Diskussionen untergeht. Ein Agent mit Zugriff auf Shop und CRM liefert nicht automatisch richtige Zahlen. Er liefert schnelle Zahlen.

Jedes gewachsene System hat seine Eigenheiten: Bestellungen, die storniert oder retourniert wurden, aber im Umsatz noch mitzählen. Ein Feld, das «Kunde» heisst, aber auch ehemalige Kunden enthält. Zwei Pipelines, die man nie addieren darf. Wer das nicht weiss, erhält Zahlen, die gut aussehen und nichts bedeuten.

Solches Wissen steht in keiner API-Dokumentation. Es entsteht dort, wo jemand das Marketing versteht und gleichzeitig weiss, wie die Systeme dahinter aufgebaut sind. Wir halten diese Regeln deshalb für jedes System schriftlich fest und geben sie dem Agenten als Kontext mit. Erst damit werden aus schnellen Zahlen richtige Zahlen.

Genau hier treffen sich unsere beiden Säulen. Das Marketing bringt die richtigen Fragen und das Verständnis dafür, was eine Zahl bedeutet. Die Entwicklung bringt das Wissen, wie man Systeme verbindet, Daten sauber modelliert und Ergebnisse überprüfbar macht. 2026 braucht es beides gleichzeitig – in derselben Person oder zumindest im selben Raum.

Was das für Ihren Onlineshop bedeutet

Für Onlineshops mit Shopware, Klaviyo und HubSpot eröffnen sich drei konkrete Möglichkeiten:

  • Produkt- und Kundendaten klassifizieren: Produktattribute, Kundentypen, Branchen oder Freitextfelder in Sekunden statt Wochen strukturieren – als Grundlage für Filter, Segmentierung und Lead Scoring.

  • Shopware-Bestellungen mit Klaviyo-Segmenten verbinden: Kaufverhalten aus dem Shop direkt in Segmente und Flows übersetzen, etwa für Wiederkäufer, Warenkorbabbrecher oder inaktive Kundinnen und Kunden.

  • Kampagnen- und Shop-Kennzahlen wöchentlich auswerten: Umsatz, Conversion Rate, E-Mail-Performance und Sichtbarkeit im Wochenvergleich – mit konkreten Empfehlungen statt nackter Zahlen.

Dabei gilt: Ein Agent ist ein Werkzeug, kein Entscheidungsträger. Zugriffsrechte gehören so eng wie möglich gesetzt, Schreibzugriffe brauchen eine Freigabe, und Personendaten werden nach den Vorgaben des Datenschutzgesetzes behandelt. Gut aufgesetzt ist das kein Risiko, sondern ein deutlicher Vorsprung.

Fazit: Im E-Commerce gewinnt, wer seine Tools verbindet

Martech war lange eine Frage der Tool-Auswahl. 2026 wird sie zur Frage der Verbindung. Wer weiss, wie Shopware, Klaviyo, HubSpot und die SEO-Tools zusammenspielen, und wer die Regeln seiner Daten kennt, kann heute Fragen beantworten, für die früher schlicht die Zeit fehlte.

Für uns ist das der Moment, in dem Digital Marketing und Entwicklung endlich zu einer Disziplin werden. Wenn Sie wissen möchten, welche Fragen sich mit den Daten Ihres Shops beantworten lassen, sprechen wir gerne mit Ihnen darüber.