Agentic Commerce heisst: KI-Agenten wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity suchen Produkte im Auftrag ihrer Nutzerinnen und Nutzer, vergleichen sie und schliessen künftig auch den Kauf ab. Shopware bringt seit 2026 die nötigen Bausteine mit, vom Produktfeed für KI-Plattformen bis zum Universal Commerce Protocol (UCP). In der Schweiz ist noch nicht alles verfügbar. Die Grundlagen lassen sich aber heute legen, und die wichtigste davon sind saubere Produktdaten.
Das Wichtigste in Kürze
Shopware 6.7 liefert einen eigenen Verkaufskanal mit Produktfeed, die Dateien llms.txt und agents.md und mit der Extension «Agentic Commerce (Beta)» auch UCP. Der volle Funktionsumfang steht ab Version 6.7.12.1 zur Verfügung.
In der Schweiz wirkt heute vor allem der Teil, der Sichtbarkeit schafft. Den Kauf direkt im Chat können Schweizer Shops noch nicht anbieten (Stand Oktober 2026).
Ob ein Agent Ihr Produkt empfiehlt, entscheiden am Ende die Produktdaten: GTIN, Marke, Bilder pro Variante und echte Eigenschaften statt Freitext.
Was ist Agentic Commerce?
Agentic Commerce bezeichnet Onlinehandel, bei dem nicht mehr ein Mensch durch Shops klickt, sondern ein KI-Agent in seinem Auftrag. Die Kundin schreibt «Wasserdichte Wanderschuhe für breite Füsse, unter CHF 200». Der Agent sucht passende Produkte, vergleicht Preise und Verfügbarkeit und legt im besten Fall gleich den Warenkorb an.
Für Shops ändert sich damit, wer die Seite liest. Ein Agent schaut sich keine Banner an. Er liest Produktdaten, strukturierte Daten und Regeln wie Versandkosten oder Rückgabebedingungen. Was er nicht maschinenlesbar findet, existiert für ihn nicht.
Agentic Commerce ist nicht dasselbe wie GEO. Bei der Generative Engine Optimization geht es darum, in den Antworten von KI-Suchsystemen genannt zu werden. Agentic Commerce geht einen Schritt weiter: Der Agent soll mit Ihrem Shop arbeiten können, bis hin zur Bestellung.
Was Shopware 2026 für Agentic Commerce mitbringt
Shopware hat die Bausteine über mehrere Releases im Jahr 2026 ausgeliefert. Ein Teil steckt im Core, ein Teil in der offiziellen Extension «Agentic Commerce (Beta)». Den vollen Funktionsumfang gibt es ab Shopware 6.7.12.1.
JSON-LD (ab 6.7.9): Shopware gibt strukturierte Produktdaten nativ aus, aktivierbar über ein Feature-Flag. Das ersetzt Template-Anpassungen, die bisher pro Shop nötig waren.
Agentic-Commerce-Verkaufskanal (ab 6.7.10): Er stellt Ihren Katalog als Produktfeed bereit und erfasst Traffic aus KI-Kanälen separat.
llms.txt und agents.md (ab 6.7.12): Zwei Textdateien im Stammverzeichnis des Shops. Sie erklären einem Agenten, was der Shop anbietet und wie er ihn nutzen soll. Sie lassen sich pro Verkaufskanal aktivieren, sind aber nicht automatisch eingeschaltet.
Extension «Agentic Commerce (Beta)»: Sie ergänzt UCP, die Datei ai-catalog.json und Produktfeeds für OpenAI und Google.
Was ist UCP?
Das Universal Commerce Protocol ist ein offener Standard, den Google im Januar 2026 mit Partnern aus Handel und Zahlungsverkehr vorgestellt hat. Er beschreibt, wie ein KI-Agent einen Shop findet, Produkte abfragt, einen Warenkorb füllt und bestellt. Preise, Lager und Auftragsabwicklung bleiben dabei beim Shop. In Shopware legen Sie pro Verkaufskanal fest, ob er für Agenten freigegeben ist.
Was gehört in llms.txt und agents.md?
Shopware erzeugt beide Dateien aus den Shopdaten. Der Standardinhalt ist ein Anfang, mehr nicht. Was ein Agent wirklich braucht, ist shopspezifisch: welches Sortiment Sie führen, wohin Sie liefern, welche Rückgabe- und Zahlungsbedingungen gelten und was ein Agent tun darf und was nicht. Diese Texte passen wir über Twig-Templates an, wie jede andere Anpassung der Storefront auch.
Was davon in der Schweiz heute funktioniert
Stand Oktober 2026 funktioniert für Schweizer Shops vor allem der Teil, der Sichtbarkeit schafft: strukturierte Daten, Discovery-Dateien und ein Produktfeed, den das Google Merchant Center regelmässig einliest. Der Kaufabschluss direkt im Chat ist für Schweizer Händler noch nicht verfügbar.
Konkret heisst das: Den Feed für ChatGPT können Händler in Europa noch nicht einreichen, weil das Merchant-Programm von OpenAI hier noch nicht offen ist. Googles Checkout über UCP ist in den USA gestartet. Und die Shopware-Extension ist ausdrücklich Beta, Umfang und Verhalten können sich noch ändern.
Ist es deshalb zu früh? Wir meinen nein. Feed, Discovery-Dateien und strukturierte Daten wirken schon heute auf die Sichtbarkeit in KI-Suchen. Und wenn die Kanäle in Europa öffnen, ist der Shop technisch bereit. Die meiste Arbeit steckt ohnehin nicht in der Konfiguration, sondern in den Daten.
Die eigentliche Arbeit: Produktdaten
Ein Agent empfiehlt kein Produkt, das er nicht versteht. Ob ein Produkt in einer KI-Antwort auftaucht, entscheiden deshalb vor allem die Produktdaten. Vor jeder Einrichtung prüfen wir diese Punkte:
GTIN oder Herstellernummer (MPN) vorhanden, Marke gepflegt
Mindestens ein Bild pro Variante
Korrekte Preise und Verfügbarkeiten
Farbe, Grösse und Material als echte Eigenschaften gepflegt, nicht im Freitext versteckt
Eine Seite mit den Rückgabebedingungen
Versand- und Zahlungsinformationen im Shop sichtbar
Klingt banal. In der Praxis ist genau hier am meisten zu tun, vor allem bei grossen Sortimenten mit vielen Varianten. Wer Produktdaten in einem ERP oder PIM pflegt, korrigiert sie dort und nicht im Shop. Wie das mit einem PIM aussieht, zeigen wir am Beispiel von Akeneo und Shopware.
So gehen wir bei der Einrichtung vor
Bei unseren Kundinnen und Kunden richten wir Agentic Commerce in sechs Schritten ein:
Shop scannen: Der Agentic Commerce Scanner liest die öffentliche Storefront und zeigt, wo der Shop für KI-Agenten steht. Das funktioniert mit jeder Shopware-Version.
Shopware aktualisieren: Je nach Ausgangslage reicht ein Minor-Update innerhalb von 6.7, oder es braucht ein Major-Update von 6.6 auf 6.7.
Grundlagen aktivieren: JSON-LD einschalten, die Extension installieren und robots.txt sowie CDN-Regeln so setzen, dass Feed und Dateien öffentlich erreichbar sind.
Verkaufskanal und Feed einrichten: Eigenschaften zuordnen, Rückgabe-URL und Tracking-Codes hinterlegen, den Feed automatisch generieren lassen und im Google Merchant Center einbinden.
Discovery-Dateien und UCP konfigurieren: llms.txt und agents.md aktivieren und shopspezifisch ergänzen, UCP auf dem Storefront-Kanal einschalten.
Go-live prüfen: Feed und Produktanzahl kontrollieren, eine Testbestellung über UCP auslösen, das Fehler-Monitoring prüfen und den Shop ein zweites Mal scannen.
Die technischen Schritte übernimmt unser Entwicklungsteam, Feed, Produktdaten und Texte unser MarTech-Team. Beides gehört zusammen: Ein sauber konfigurierter Feed nützt wenig, wenn die Daten darin lückenhaft sind.
Für wen sich das jetzt lohnt
Jetzt anpacken sollten Sie Agentic Commerce, wenn:
Ihre Produkte sich klar beschreiben lassen und online verglichen werden, etwa Ersatzteile, Werkzeug, Sportartikel oder Haushaltsprodukte.
Ihr Shop bereits auf Shopware 6.7 läuft oder ohnehin ein Update ansteht.
Ihre Kundschaft nach Artikel- oder Herstellernummern sucht, wie es im B2B üblich ist.
Etwas warten können Sie, wenn:
Ihre Produktdaten noch grosse Lücken haben. Dann zuerst die Daten, danach der Feed.
Sie vor allem beratungsintensive Produkte oder Preise auf Anfrage verkaufen.
Häufige Fragen
Brauche ich für Agentic Commerce ein zusätzliches Plugin?
Für die Grundlagen nicht. Verkaufskanal, Produktfeed, llms.txt und agents.md sind seit Shopware 6.7.10 beziehungsweise 6.7.12 im Core enthalten. Für UCP und die Feeds für OpenAI und Google braucht es die offizielle Extension «Agentic Commerce (Beta)» von Shopware.
Funktioniert Agentic Commerce auch mit Shopware 6.6?
Der Scanner funktioniert mit jeder Version. Für Verkaufskanal, Discovery-Dateien und UCP braucht es Shopware 6.7, für den vollen Funktionsumfang mindestens 6.7.12.1. Von 6.6 aus ist dafür ein Major-Update nötig.
Kann ich als Schweizer Shop schon über ChatGPT verkaufen?
Direkt noch nicht. Das Merchant-Programm von OpenAI steht Händlern in Europa noch nicht offen (Stand Oktober 2026). Ihre Produkte können aber bereits in KI-Antworten auftauchen, wenn Daten und strukturierte Informationen stimmen.
Wie messe ich Traffic von KI-Agenten?
Der Agentic-Commerce-Verkaufskanal erfasst Traffic und Bestellungen aus KI-Kanälen separat. Zusätzlich hinterlegen wir Affiliate- und Kampagnencodes im Feed, damit diese Besuche auch in Ihrer Webanalyse erkennbar sind.
Fazit: Jetzt die Grundlagen legen
Agentic Commerce ist in der Schweiz noch nicht ganz angekommen. Die Technik in Shopware ist aber da, und die Vorarbeit braucht Zeit: Update, Feed, Discovery-Dateien und vor allem saubere Produktdaten. Wer das jetzt erledigt, ist sichtbar, sobald die Agenten auch hier einkaufen.
Wo steht Ihr Shop heute? Lassen Sie ihn durch den Agentic Commerce Scanner laufen, das dauert keine zwei Minuten. Was das Ergebnis für Ihren Shop bedeutet, besprechen wir gerne mit Ihnen. Buchen Sie ein unverbindliches Erstgespräch.
