Digital Marketing

Klaviyo Segmente: So erreichen Sie die richtige Kundschaft

Illustration: Profile laufen durch einen Filter und werden in drei Segmente mit Stern-, Häkchen- und Uhr-Symbol sortiert

Segmente in Klaviyo sind dynamische Gruppen von Profilen, die sich automatisch aktualisieren, sobald jemand die festgelegten Bedingungen erfüllt oder nicht mehr erfüllt. Mit wenigen gut gebauten Segmenten schicken Sie jeder Gruppe die passende Nachricht, schützen Ihre Zustellbarkeit und senken Ihre Klaviyo-Kosten. Entscheidend ist, dass jedes Versandsegment eine Einwilligungsbedingung enthält. Als Klaviyo-Partner bauen wir solche Segmente für Onlineshops auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Liste zeigt, wer angeschrieben werden darf. Das Segment zeigt, wer angeschrieben werden soll.

  • Fünf Segmente reichen für den Start: Engaged, Käufer:innen, VIP, Never engaged und Inaktive.

  • Jedes Versandsegment braucht die Bedingung «subscribed», denn Segmente ziehen auch Profile ohne Einwilligung mit.

  • Regelmässiges Aufräumen lohnt sich: Inaktive Profile kosten Geld und schaden der Zustellbarkeit.

Liste oder Segment?

In Klaviyo gibt es zwei Arten, Profile zu gruppieren. Eine Liste ist statisch: Personen kommen über ein Anmeldeformular, einen Import oder eine Integration hinein. Ein Segment ist dynamisch: Es wächst und schrumpft automatisch, je nachdem, wer die Bedingungen gerade erfüllt.

Die einfachste Merkformel lautet: Liste gleich Einwilligung, Segment gleich Auswahl. Klaviyo empfiehlt deshalb eine einzige Hauptliste pro Kanal, also eine für E-Mail und gegebenenfalls eine für SMS. Alles Feinere läuft über Segmente. Segmente nutzen Sie, um Kampagnen gezielt zu versenden, Flows auszulösen, Anmeldeformulare nur bestimmten Personen anzuzeigen oder Zielgruppen für Google und Meta Ads zu bilden.

Dabei gibt es einen Haken, den viele übersehen: Segmente ziehen aus allen Profilen im Konto, auch aus jenen, die dem Marketing nie zugestimmt haben. Ein Segment «hat schon einmal gekauft» enthält also auch Bestellkund:innen ohne Newsletter-Einwilligung. In der Schweiz und der EU dürfen Sie diesen Personen keine Werbung schicken.

Die wichtigsten Segmente

Sie brauchen keine dreissig Segmente. Diese fünf decken die meisten Fälle ab:

  • Engaged: Personen, die in einem bestimmten Zeitraum eine E-Mail geöffnet oder angeklickt haben. Klaviyo schlägt 30 Tage vor. Bei kleineren Listen oder einem Newsletter alle zwei Wochen starten wir lieber mit 60 oder 90 Tagen.

  • Käufer:innen und Nichtkäufer:innen: Wer schon bestellt hat, braucht andere Inhalte als jemand, der nur angemeldet ist.

  • VIP: Kund:innen mit hohem Umsatz oder hohem prognostiziertem Customer Lifetime Value. Besonders wertvoll ist die Kombination mit «hat länger nicht mehr gekauft».

  • Never engaged: Profile, die in den letzten 180 Tagen mindestens fünf E-Mails erhalten, aber nie geöffnet, geklickt oder bestellt haben.

  • Inaktiv: Profile, die seit über sechs Monaten in keiner Weise mehr mit Ihrer Marke interagieren.

Für mehrsprachige Schweizer Shops kommt oft ein sechstes dazu: ein Segment nach Sprachregion. So erhält die Romandie keinen deutschen Newsletter.

Im Versand zahlen sich diese Segmente direkt aus. VIPs erhalten den Zugang zu einem Sale oder einer neuen Kollektion zum Beispiel etwas früher. Käufer:innen sehen passende Ergänzungen zu ihren bisherigen Bestellungen, Nichtkäufer:innen einen Anreiz für die erste Bestellung. Und Erinnerungen gehen nur an das Engaged-Segment, nicht noch einmal an alle.

Segmente richtig bauen

Ein Segment entsteht im Segment Builder aus Bedingungen, die Sie mit «und» oder «oder» verknüpfen. Beim Engaged-Segment heisst das zum Beispiel: Die Person kann E-Mail-Marketing empfangen und hat in den letzten 60 Tagen geöffnet oder geklickt.

Die erste Bedingung ist dabei die wichtigste. Wählen Sie «can or cannot receive marketing», schränken Sie auf E-Mail ein und filtern Sie auf «subscribed». So enthält das Segment nur Personen, die ausdrücklich zugestimmt haben.

Zwei weitere Punkte machen Segmente zuverlässiger:

  • Klicks statt nur Öffnungen: Apple Mail Privacy Protection erzeugt automatische Öffnungen. Dadurch wirken Personen engagiert, obwohl sie nie gelesen haben. Eine klickbasierte Variante des Segments ist ehrlicher.

  • Einheitliche Profileigenschaften: Eigenschaften in Klaviyo sind case sensitive. «Interesse» und «interesse» sind zwei verschiedene Felder, und das Segment erfasst dann nur einen Teil der Profile. Legen Sie vorher eine Namenskonvention fest.

Segmente mit KI

Mit «Define with AI» beschreiben Sie in normalen Sätzen, wen Sie erreichen möchten, und Klaviyo schlägt die passenden Bedingungen vor. Die Funktion steht nur in bezahlten Konten zur Verfügung und überschreibt bereits gesetzte Bedingungen. Starten Sie also mit der KI und verfeinern Sie danach von Hand. Wichtig: Die KI ergänzt die Einwilligungsbedingung nicht von selbst. Prüfen Sie jedes KI-Segment, bevor Sie es für einen Versand nutzen.

Liste sauber halten

Mit der Zeit sammeln sich in jedem Konto Profile an, die nicht mehr reagieren. Ein Versand an viele nicht engagierte Profile drückt die Öffnungsraten und erhöht das Risiko, im Spam zu landen. Segmente helfen Ihnen, diese Profile zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Der empfohlene Ablauf:

  1. Zurückholen: Schicken Sie nachlassenden Abonnent:innen zuerst eine Re-Engagement-Kampagne. Teilen Sie sie in zwei Segmente auf, mit und ohne frühere Bestellung, und vergleichen Sie danach die Ergebnisse.

  2. Ausschliessen: Nehmen Sie das Never-engaged-Segment von Ihren regulären Kampagnen aus. Das Segment legen Sie im Deliverability Hub mit einem Klick an.

  3. Unterdrücken: Profile, die auch nach dem Re-Engagement nicht reagieren, können Sie unterdrücken. Das ist umkehrbar.

Das spart auch Geld. Klaviyo rechnet nach aktiven Profilen ab, unterdrückte Profile kosten nichts. Jeder inaktive Kontakt, der nie mehr kauft, verursacht also Kosten ohne Gegenwert.

Wie stark Sie aufräumen, hängt vom Sortiment ab. Bei einem breiten Sortiment kommen Kund:innen oft in Schüben zurück, dort sollten Sie zurückhaltender unterdrücken. Bei einem engen Sortiment ist eine Rückkehr seltener. Mehr zu Engagement-Segmenten und Listenpflege lesen Sie in unserem Beitrag zur E-Mail-Zustellbarkeit mit Klaviyo.

Segmente laufend pflegen

Segmente sind kein einmaliges Projekt. Vergeben Sie Tags nach Ziel oder Kampagne, damit Sie und Ihr Team die Übersicht behalten. Und prüfen Sie regelmässig, welche Segmente tatsächlich genutzt werden. Oft entstehen viele Segmente, von denen nur wenige im Einsatz sind.

Am besten pflegen sich Segmente selbst. Ein Sunset Flow fragt nicht engagierte Profile, ob sie weiterhin Mails erhalten möchten, und markiert Nichtreagierende automatisch über eine Profileigenschaft. Diese Eigenschaft nutzen Sie danach in Ihren Segmenten. Wie solche Automationen aufgebaut sind, zeigt unser Beitrag zu Klaviyo Flows.

Sie möchten wissen, wie gut Ihre Segmente aufgebaut sind? Als Klaviyo-Partner schauen wir uns Ihre Liste und Segmente an und zeigen Ihnen, wo Sie ansetzen sollten. Buchen Sie eine unverbindliche Beratung.