141 Inhalte, rund 1300 Blöcke, über 150 Bilder – migriert in wenigen Minuten. Die ganze Website neu gebaut in zwei Tagen. Und nicht von unserem Entwicklungsteam, sondern von mir.
Vor rund fünf Jahren haben wir webwirkung.ch auf WordPress gebaut, mit einem eigenen Theme und über 50 massgeschneiderten Inhaltsblöcken. Damals war das eine gute Entscheidung. Heute war es vor allem eines: schwerfällig. Jedes Plugin-Update ein kleines Risiko, jede neue Seite ein Kompromiss mit dem, was das alte System eben konnte.
Ehrlich gesagt: Ich hatte genug davon. Und weil ich unserem Team und unseren Kundinnen und Kunden seit Monaten erzähle, dass KI unsere Arbeit grundlegend verändert, wollte ich es nicht nur behaupten, sondern selbst ausprobieren. Am eigenen Projekt, mit eigenen Händen.
Das Ergebnis: In zwei Tagen haben wir die Website auf ein neues Fundament gestellt, mit DatoCMS als Headless CMS und einem Nuxt-Frontend. Über 100 Inhaltsseiten wurden dabei vollautomatisch in wenigen Minuten migriert. Die Seite, auf der Sie diesen Beitrag lesen, läuft bereits darauf.
Warum ich das nicht delegiert habe
Ich hätte das Projekt delegieren können. Aber ich wollte wissen, wo die Grenzen heute wirklich liegen, nicht aus einer Demo, nicht aus einem Artikel, sondern aus einem echten Projekt mit echten Altlasten. Wer ein Team durch diese Veränderung führen will, muss sie selbst erlebt haben. Sonst bleiben es Folien.
Das neue Fundament: DatoCMS und Nuxt
DatoCMS ist ein Headless CMS: Inhalte werden sauber strukturiert gepflegt und über Schnittstellen ausgeliefert, unabhängig davon, wie sie dargestellt werden. Für uns entscheidend war etwas anderes: DatoCMS ist aussergewöhnlich gut für die Arbeit mit KI aufgestellt, mit klaren APIs und einer starken Kommandozeile.
Den Unterschied machen die Agent Skills von DatoCMS: quelloffene Playbooks, die KI-Agenten wie Claude Code bei Bedarf automatisch laden. Sie decken genau das ab, was ein Replatforming braucht – Entscheide zum Datenmodell, GraphQL-Abfragen, Skripte für Import und Bulk-Änderungen, CLI-Workflows für Migrationen und die Frontend-Integration mit Nuxt. Der Agent arbeitet damit wie ein erfahrener DatoCMS-Entwickler: Er kennt die aktuellen Schnittstellen und Best Practices, statt sie aus dem Gedächtnis zu erraten. Das spart nicht nur Zeit, sondern vor allem Fehler.
Das Datenmodell selbst liegt bei uns als Code im Repository. Jede Änderung ist nachvollziehbar, überprüfbar und lässt sich wiederholen. Für das Redaktionsteam bleibt die Oberfläche trotzdem aufgeräumt und einfach.
Im Frontend setzen wir auf Nuxt. Die Seiten werden vorab gerendert, laden schnell und geben uns die volle Kontrolle über Design und Performance, ohne die Einschränkungen eines Themes.
Zwei Tage, Schritt für Schritt
KI war nicht ein Werkzeug unter vielen, sondern in jedem Schritt dabei. Meine Rolle war die des Architekten und Reviewers: entscheiden, prüfen, nachschärfen.
Bestandsaufnahme: Der Agent hat das alte Theme analysiert, alle 54 Blocktypen inventarisiert, ihre Nutzung gezählt und auf ein neues Datenmodell abgebildet.
Datenmodell: Modelle und Blöcke wurden als Code beschrieben und automatisiert in DatoCMS eingespielt.
Frontend: 30 Block-Komponenten in Nuxt. Das Styling wurde aus dem alten Stylesheet rekonstruiert und Deklaration für Deklaration gegen das Original geprüft; das Layout haben wir bei Mobile-, Tablet- und Desktop-Breite gegen die alte Website vermessen.
Migration: Die Live-Website wurde gecrawlt, die Inhalte aus dem HTML extrahiert und importiert. 141 Datensätze – 34 Seiten, 30 Referenzen, 77 Blogbeiträge – mit rund 1300 Inhaltsblöcken und über 150 Bildern. Vollautomatisch, in wenigen Minuten, und beliebig oft wiederholbar.
Qualitätssicherung: Der Build rendert jede der 175 Routen vorab und meldet jede Lücke. Ein automatischer Link-Audit prüft jeden Link der Website, und ein zweiter Check stellt sicher, dass keine Adresse der alten Website ins Leere führt.
Vor sechs Monaten wären es Wochen gewesen
Vor einem halben Jahr wäre das ein Projekt über mehrere Wochen gewesen. KI war damals vor allem eine sehr gute Autovervollständigung. Heute planen Agenten eine Aufgabe, führen sie aus, prüfen das Ergebnis und korrigieren sich selbst. Gleichzeitig liefern Anbieter wie DatoCMS die passenden Skills und Schnittstellen gleich mit.
Die Landschaft hat sich damit erneut stark verschoben. Der Engpass ist nicht mehr das Schreiben von Code. Der Engpass ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Ergebnisse sauber zu prüfen.
Schnell heisst nicht unkontrolliert
Geschwindigkeit ohne Kontrolle bedeutet nur, schneller Fehler zu machen. Deshalb gilt bei uns: Human in the Loop, in jedem Schritt.
Jede Änderung läuft über einen Pull Request und wird geprüft, bevor sie live geht.
Neue Versionen landen zuerst auf einer Staging-Umgebung, erst danach in der Produktion.
Architekturentscheide trifft ein Mensch. Die KI setzt um, schlägt vor und fragt nach, wenn etwas unklar ist.
Was sich automatisch prüfen lässt, prüfen wir automatisch: Build, Links, Weiterleitungen, Darstellung.
Was Sie davon haben
Diese Arbeitsweise ist kein Experiment für die eigene Website. Wir setzen sie in unserer gesamten Delivery ein, von Shopware über HubSpot bis zum Digital Marketing, immer mit Fokus auf Qualität und mit Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Eine Erkenntnis war mir dabei besonders wichtig: Die Geschwindigkeit muss im ganzen Prozess ankommen, nicht nur beim Programmieren. Wenn die Entwicklung zehnmal schneller wird, Konzept, Abstimmung, Testing und Übergabe aber gleich bleiben, haben wir einen schnelleren Motor im selben langsamen Auto. Deshalb bauen wir unsere Abläufe von der ersten Anforderung bis zum Go-live um.
Für unsere Kundinnen und Kunden heisst das: kürzere Projektlaufzeiten, mehr Budget für das, was wirklich zählt, und Migrationen, vor denen man sich früher gefürchtet hat, werden plötzlich planbar.
Würde ich es wieder so machen? Sofort.
Das war das spannendste Projekt, das ich seit Jahren selbst umgesetzt habe. Nicht, weil die KI alles alleine gemacht hätte, sondern weil sie mir erlaubt hat, mich auf die Entscheidungen zu konzentrieren, die wirklich zählen.
Sitzen Sie auch auf einem System, das Sie eigentlich längst ablösen wollten? Lassen Sie uns darüber sprechen. Wahrscheinlich ist der Schritt kleiner, als Sie denken.
